Farbrausch in Marokko

Farbrausch in Marokko

Für das Projektmodul ‹Farbrausch› im Studiengang Designmanagement an der HSLU unternahm Jeremy Jakob eine Reise ins Farbenland Marokko. Entstanden sind ein Film und ein Projektbericht.


„A color is as strong as the impression it creates“
Ivan Albright, US-amerikanischer Maler, 1897-1983



Ausgangslage
Ausgangspunkt war die Diskussion mit einem Freund und die Frage , warum er sich sein Motorrad in Schwarz und nicht in Rot gekauft habe. «Weil es schneller aussieht und mich die Farbe Rot an mein rotes Spielzeug-Auto im Kindesalter erinnert.» Die Aussage macht klar, dass Farben eine tiefe emotionale Verwurzelung in uns haben. Sie ermöglichen und bekräftigen die Kommunikation mit Gegenständen, der Natur und den Mitmenschen. Dieses Bewusstsein erweckte die Neugier in mir, mehr über die Welt der Farben zu erfahren. Wie werden sie hergestellt? Was bedeuten sie? Wo werden sie gebraucht? Warum sehen wir Farben? Ist blau gleich blau?
Im Modul «Farbrausch» wollte ich mein Allgemeinwissen erweitern und meine Wahrnehmung schulen. Theoretische Lektionen über die Farbwahrnehmung und wirtschaftliche Aspekte von Farben sowie praktische Übungen über das Herstellen, Färben und Verweben dienten mir als Inspirationsquelle für das selbständige Projekt. Weil ich mich für unbekannte Kulturen und Länder interessiere, wollte ich eine praktische Recherche im Ausland realisieren. Marokko bot sich als Land der vielfältigen Farben als ideales Ziel an.

Arbeitsprozess
Mit Hilfe der Dozenten erarbeitete ich ein Konzept, in dem das Ziel und der Arbeitsprozess festgelegt wurden. Ich nahm mir vor, in diesem Land den Umgang mit Farbe und die verschiedenen Einsatzbereiche zu untersuchen.
Die Vorbereitung war herausfordernd: Wie bereitet man ein solches Projekt in einem unbekannten Land vor, ohne dessen genaue Infrastruktur, Abläufe und Arbeitsbereiche zu kennen? Dank einer guten Zusammenarbeit mit den Einheimischen gelang es mir, Industriebereiche wie Gerberei, Töpferei, Weberei, Landwirtschaft und sogar das Leben der Nomaden in der Sahara untersuchen. Zurück in der Schweiz dokumentierte ich meine Reise in einem 20minütigen Film.

Fazit
Farbe hat in Marokko einen wichtigen wirtschaftlichen Aspekt. Auch wenn die Menschen in Marokko nicht über die gleichen technischen Mittel und Infrastruktur verfügen wie wir es in der Schweiz gewohnt sind, ist es doch faszinierend, das traditionelle Handwerk und Wissen zu untersuchen. Leider bleiben diese von der zunehmenden Industrialisierung nicht verschont. Die Massenproduktion bedroht das kulturelle Erbe. In einigen Jahren wird es wohl verschwinden.
Das Projektmodul ermöglichte mir eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Farbe. Das Gelernte wendete ich für ein Projekt in einem anspruchsvollen Land an. Insgesamt konnte ich mir Fachwissen aneignen, das für meine Zukunft sehr hilfreich sein wird.

* Jeremy Jakob, Studiengang Design Management International, 2.BA

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