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Mittels Modellfotografien und deren digitaler Nachbearbeitung wurden atmosphärische Visualisierungen geschaffen. Hier auf dem Bild: Eine Tanzszene für den 3. Satz der Symphonie. (Foto: Tobias Maurer)
Mittels Modellfotografien und deren digitaler Nachbearbeitung wurden atmosphärische Visualisierungen geschaffen. Hier auf dem Bild: Eine Tanzszene für den 3. Satz der Symphonie. (Foto: Tobias Maurer)

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‹Eroica› im Dreck

Text: Tobias Maurer* / 15.09.2017 16:00


Tobias Maurer hat für eine musiktheatralischen Inszenierung von Beethovens 3. Symphonie ‹Eroica› den Bühnenraum entworfen und mit seinen Kommilitoninnen umgesetzt.


In meiner Szenografie ‹Der Fall in den Dreck› erlebt der Zuschauer eine raue Arena. Zwei sich gegenüberstehende Tribünen und eine 120 Meter lange Rennbahn bilden die Grenze der Sportstätte. In der Mitte hängt ein Bildschirmwürfel, auf dem das Geschehen live übertragen wird. Am Boden liegt lieblos ein Haufen Erde – ein nichtiger, dreckiger Platz für den harten Kampf und Ort für die Verlierer.

Die Produktion ‹Eroica› fand im Rahmen eines Semesterprojektes des Institut Innenarchitektur und Szenografie der Fachhochschule Nordwestschweiz in Kooperation mit dem Theater Marie und den Argovia Philharmonics statt. Die Aufgabe für uns Studierenden war, den szenografischen Rahmen für die Inszenierung von Beethovens ‹Eroica› zu kreieren. Auf der Bühne standen neun Musikerinnen und ein Chor aus 21 über sechzigjährigen Laien.

An der Geschichte der ‹Eroica› interessiert mich, wie ein Mensch zuerst vergöttert und dann verachtet wird. Beethoven hatte seine Symphonie ursprünglich für Napoleon geschrieben. Als dieser Kaiser wurde, änderte Beethoven plötzlich seine Meinung und verachtete Napoleon fortan. Ich recherchierte verschiedene Orte der Heldenverehrung. Gelandet bin ich bei der Sportarena. Es reizte mich, einen Ort zu schaffen, an dem Sieg und Niederlage, Held und Verlierer so nahe beieinander liegen. So stehen sich in meiner Szenografie eine LED-Glitzerwelt und ein roher Dreckhaufen gegenüber.

Der Aufbau dauerte mehr als zwei Wochen, alle meine Kommilitoninnen halfen mit. Wir mussten für die Umsetzung einige Kompromisse eingehen. Zum Beispiel ersetzten wir den Dreck mit Korkgranulat, das die heiklen Musikinstrumente besser ertrugen. Wir wollten die Halle mit ihrem Charme in die Inszenierung einbinden und haben sie daher nicht verkleidet. Die Rennbahn klebten wir zum Beispiel einfach direkt auf den staubigen Holzboden. Es war eindrucksvoll, wie wir die Skizzen und Pläne plötzlich zum Leben erweckten. Eine intensive Zeit, in der ich viel Verantwortung bei der Organisation übernahm und einen wertvollen Einblick in die Welt der Szenografie erhielt. Die Arbeit mit dem Regieteam, den Musikerinnen und vor allem den Laien hat meinen Sommer extrem bereichert.

Die ‹Eroica› ist noch nicht zu Ende gespielt. Am 29. und 30. Mai 2018 kommt das Theater Marie nach Basel ins Gare du Nord und tourt mit dem Stück im September 2018 weiter nach Baden.

* Tobias Maurer studiert im 3. Semester Innenarchitektur und Szenografie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz.

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