Das Ammoniten-Paars Ammon und Ammonita.

Eine prähistorische Liebesgeschichte

‹Knowledge Visualization›-Studierende erzählen die Liebesgeschichte eines Ammoniten-Paars, um den Besuchern des Juraparks Aargau die naturhistorische Bedeutung des Bergwerks Herznach näherzubringen.

Gioia Loretz und Gabriela Gehrer studieren im 6. Semester in der Fachrichtung Knowledge Visualization an der Zürcher Hochschule der Künste. Im November 2018 besuchten die Studentinnen das Bergwerk Herznach und den Jurapark Aargau und liessen sich während einer Führung durch das Eisenbergwerk inspirieren. Ihr Auftrag war es, ein Konzept zu entwickeln, das die naturhistorische Bedeutung des Stollens näherbringt und für Besucherinnen und Besucher erlebbar macht.

«Wir möchten, dass die Besucher sich innerhalb kurzer Zeit ein möglichst umfassendes Bild machen können. Das gelingt uns, indem wir eine Geschichte erzählen, die emotional berührt und die Besucher auf eine Zeitreise mitnimmt», erläutert Gioia ihre Herangehensweise. Im Mittelpunkt des Konzepts steht die ungewöhnliche Liebesgeschichte des Ammoniten-Paars Ammon und Ammonita. Die beiden prähistorischen Tiere begegnen sich vor 200 Millionen Jahren im Jurameer und verlieben sich ineinander. Aufgrund eines Unwetters sterben sie und werden anschliessend sedimentiert. Auf diese Weise haben viele Ammoniten den Lauf der Zeit überdauert und werden heute bei Ausgrabungen sichtbar.

Mit bewegten Infografiken erklären Gioia und Gabriela den Prozess der Verortung, Zeitdimensionen, Plattenverschiebung und Sedimentierung. «Damit die Besucherinnen und Besucher genau nachvollziehen können, wie alles zusammenhängt, müssen wir sehr viel kompliziertes Wissen vermitteln. Durch den Fokus auf die zwei Protagonisten wird es einfacher und nachvollziehbarer», erklärt Gabriela.

Am Schluss der Geschichte wird dazu aufgerufen, die beiden versteinerten Hauptpersonen im Jurapark zu besuchen. Gioia und Gabriela hoffen, vor allem Familien mit Kindern dafür zu begeistern, sich im Stollen nach Ammon und Ammonita auf die Suche zu begeben. Ihr Projekt wird bis im Sommer 2019 umgesetzt und an einer Vernissage Ende August im Jurapark Aargau der Öffentlichkeit präsentiert. Es ist Teil der nationalen Kampagne ‹Kleine Weltwunder›, die vom Bundesamt für Umwelt in Auftrag gegeben wurde und das Ziel verfolgt, die natürliche und kulturelle Vielfalt der Schweizer Pärke in den Fokus zu rücken.

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