Das Designteam – Meret Wacker, Rino Schläfli und Louis Parzefall – mit der Swissloop-Kapsel in Los Angeles. (Foto:Swissloop)

Ein Rendez-vous mit Elon Musk

Studierende der HGK FHNW in Basel designten die Kapsel, mit der das Team Swissloop bei Elon Musks ‹SpaceX Hyperloop Competition› den zweiten Platz belegte. Im Campus erzählen sie von ihren Erfahrungen.

Im vergangenen Sommer haben wir Elon Musk getroffen. Ihm die Hand geschüttelt und ein paar Worte gewechselt. Der Grund für unseren Besuch in Los Angeles war aber nicht unbedingt Musk, sondern die ‹SpaceX Hyperloop Competition›. Denn mit unserem Team Swissloop haben wir den zweiten Platz geholt. Doch wie kam es dazu? Seit 2017 ruft Elon Musk jedes Jahr Studierende der ganzen Welt für die ‹SpaceX Hyperloop Competition› nach Los Angeles. Musk hatte sein Konzept Hyperloop 2012 vorgestellt, bei dem eine Passagierkapsel mit bis zu 1200 Kilometer pro Stunde durch eine Niederdruckröhre geschossen wird. Die Idee funktioniert auf Papier, muss jedoch in der Praxis noch bewiesen werden. Von den mehreren hundert Teams, die sich 2019 beworben haben, wurden 21 eingeladen, darunter unser Team, also meine Kollegen Rino Schläfli, Louis Parzefall und ich von der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW in Basel.

Während des Prozesses besprachen wir unsere Entwürfe regelmässig unter Desinger sowie mit den Ingenieuren der ETH Zürich. (Fotograf: Adrian Forkin)

Die Vorbereitungen starteten ein Jahr vorher. Wir trafen unser Team aus Studierenden der ETH und anderen Universitäten in Zürich und besprachen unseren Gameplan. Dann machten sich die Ingenieure an den mechanischen und elektrischen Entwurf, und Louis, Rino und ich setzten sich in Basel an unseren Schreibtische und zeichneten. Unsere Aufgabe war es, die Aussenhülle für die Kapsel zu gestalten, das Präsentationsmaterial vorzubereiten und die Teamkleidung zu entwerfen.

Skizzen und Schaumstoffmodelle im Entwurfsprozess. (Foto: Swissloop)

Die Schale der Kapsel, genannt Shell, sollte vor allem schnell aussehen. Dynamisch, futuristisch und dann eben doch auch ein bisschen schweizerisch. Schliesslich sind wir ja ein Schweizer Team. Und aerodynamisch musste sie sein, denn in der Röhre herrscht nicht ein komplettes Vakuum, sondern nur ein Niederdruck. Soweit die Vorgaben der Ingenieure aus Zürich. Wir fertigten hunderte von Zeichnungen an, bis wir mit der Shell zufrieden waren und dann noch ein paar mehr, bis unsere Teamkollegen ihr Okay gaben. Es galt, einen Kompromiss zwischen einfacher Herstellung, bestmöglicher Aerodynamik und gutem Design zu finden. In diesem Prozess erhielten wir Unterstützung durch Prof. Dr. Ralf Trachte mit seinem Fachwissen im Design und Ingenieurwesen. Durch seine Kompetenz in beiden Feldern gewannen wir gewinnbringende Einsichten. Sobald die formalen Aspekte klar waren, machten wir uns mittels CAD und CFD (Computational Fluid Dynamics) an ihre Verfeinerung. Das Ingenieur-Team der ETH generierte die Daten des CFD und wir passten die Form im CAD an. Dann produzierten wir die Aussenhülle: Das Negativ der Form wurde zuerst gefräst und dann mit Carbon in mehreren Schritten laminiert. Zum Schluss machten wir uns an die grafische Gestaltung der Kapsel. Sie sticht durch ihren Verlauf vom Carbon über Blau bis hin ins Weisse heraus. Die blauen Linien unterstützen die Tropfenform und akzentuieren die zusammenlaufenden Schulterlinien der Kapsel.

Die Karbon-Shell im Herstellungsprozess. (Foto: Swissloop)

In Anwesenheit ihres Namensgeber, dem Astronauten Claude Nicollier, enthüllten wir die Shell und die neue Kapsel und feierten das Ereignis mit Sponsoren, Freunden, der Familie und allen Unterstützerinnen und Unterstützer. Was anfänglich fast unmöglich schien, kam so zu einem erfolgreichen Ende.

Die Shell während der Testphasen in Los Angeles. (Foto: Swissloop)

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