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Selbstversuch: einen Tag im Rollstuhl in Begleitung von Livia Werren.
Selbstversuch: einen Tag im Rollstuhl in Begleitung von Livia Werren.

Campus

DESIGN FÜR BESONDERE FÄHIGKEITEN

Text: Alain Zanchetta* / 2.12.2016 14:48


«Jede Person hat andere Bedürfnisse und Fähigkeiten. Das können wir als Inspiration nutzen, um Dinge zu gestalten, die es jedem ermöglichen die eigene Normalität zu leben», schreibt der Designer Alain Zanchetta in seinem Campus-Beitrag.

Die Tasche ‹Trasporta› ist mein Bachelor Abschlussprojekt. Sie ermöglicht Rollstuhlfahrern das sichere Verstauen und Transportieren von persönlichen Gegenständen. Zu Beginn der Arbeit war mir klar, dass ich etwas für Menschen mit besonderen Bedürfnissen machen möchte. Ich habe mich für Rollstuhlfahrer entschieden, weil ich selber eine Gehbehinderung habe und mir das Thema deshalb nahe steht. Mein Ziel war es, ein Produkt zu gestalten das funktional und ästhetisch zugleich ist. Es sollte sich an einem realen Bedürfnis eines Rollstuhlfahrers orientieren und nicht von eigenen Annahmen ausgehen. Zu Beginn war nicht von einer Tasche die Rede. Ich konnte nicht einmal nähen! Die Tasche ist im Entwurfsprozess dank Beobachtungen, Gesprächen und Anregungen meiner Zielgruppe entstanden. Der Prozess war herausfordernd und spannend. Je tiefer ich in die Welt der Querschnittgelähmten eintauchte, desto klarer wurde mir, wie viel Potenzial für neue Produktideen in diesem Bereich darauf wartet ausgeschöpft zu werden.

Wir entwerfen für eine heterogene Gesellschaft, die aus Menschen unterschiedlicher Altersklassen und Kulturen besteht. Jede Person hat andere Bedürfnisse und Fähigkeiten. Das können wir als Inspiration nutzen, um Dinge zu gestalten, die es jedem ermöglichen die eigene Normalität zu leben. Inspirationen begegnen wir jeden Tag. Achtet mal, wie Rollstuhlfahrer ihren Rollstuhl lenken, um in den Bus einzusteigen oder wie ältere Menschen die fehlende Muskelkraft mit eigenen Tricks kompensieren. Designansätze verstecken sich in den kleinsten Handlungen. Unsere Aufgabe ist es diese Skills zu erfassen und in Produkte umzusetzen, die von so vielen Menschen wie möglich genutzt werden können.

Mit ‹Trasporta› ist genau das passiert. Die Tasche ist von der Handlung einer Person inspiriert und durch Empathie für den Nutzer geformt worden. Sie unterstützt Querschnittsgelähmte Menschen, spricht aber auch Fussgänger an. Ich definiere sie als normale Stofftasche mit einem PLUS an Aufmerksamkeit. Ein PLUS, das Arbeit kostet, für die es aber keine bessere Belohnung gibt, als zu sehen, dass sie wirklich jemandem hilft.

* Alain Zanchetta hat das Bachelorstudium in Objektdesign an der Hochschule Luzern Kunst & Design absolviert.

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