Die Kunststudentin Cheyenne Oswald will aus ihrem Innenhof in Basel einen ‹Offspace› machen, in dem zugereiste Künstler und Studierende arbeiten und wohnen.

Der Innenhof als ‹Offspace›

Die Kunststudentin Cheyenne Oswald will aus ihrem Innenhof in Basel einen ‹Offspace› machen, in dem zugereiste Künstler*innen und Studierende arbeiten und wohnen.


Die Kunststudentin Cheyenne Oswald will aus ihrem Innenhof in Basel einen ‹Offspace› machen, in dem zugereiste Künstler und Studierende arbeiten und wohnen.

Während eines zweitägigen Master-Symposiums des Instituts Kunst waren Studierende aus anderen Orten und Ländern für ein paar Nächte in unserer Wohngemeinschaft zu Besuch. In der Küche und auf dem Balkon unterhielten wir uns Rotwein trinkend und Pasta essend über die Kunst, Kunsthochschulen und wie wir sie erleben: eine politische, philosophische Diskussion.

Können solche Diskussionen die Wohnung verlassen und mehr Menschen erreichen? Kann ein grösserer Dialog entstehen, wenn die kleine Runde vom Küchentisch in den Innenhof verlegt wird? Das soll mit dem Projekt ‹OFF HOF› untersucht werden.

Unser Innenhof an der Basler Gilgenbergerstrasse ist für eine Zwischennutzung prädestiniert. Die Sonnenstrahlen berühren ihn nur sehr selten. Zurzeit benutzen die Anwohner*innen lediglich den dort platzierten Fahrradständer und meistens wird der Hof zum Friedhof für Zigarettenenden. Viel mehr haben die paar Quadratmeter Beton nicht zu bieten. Ausser eben: Wände, Befestigungen für Wäscheleinen, einen Abfluss in der Mitte, eine Treppe hinunter in die Waschküche und einige Tritte hoch zum Hintereingang eines Elektrogeschäfts. Eben diese Leere war für die Idee eines Offspaces entscheidend. Die Nutzung dieser 42,7 Quadratmeter wurde zum konzeptuellen Thema.

Die tragenden Komponenten des Projekts sind die Künstler*innen, die etwas an oder mit diesem Ort machen werden. Die Menschen können den Raum während ihres Besuchs in Basel nutzen und sich in das hiesige Netzwerk einbringen. Auch meine Freude daran, neue Bekanntschaften zu machen und Gastgeberin zu sein, soll Teil dieses Projekts werden. Weil die meisten Studierenden wenig Geld haben und die Schweiz teuer ist, dienen unsere Matratzen den Gästen als spartanische Artist Residency.

Ich habe kein ausgefeiltes Ausstellungskonzept, bin aber der Meinung, dass die Nutzung des Offspaces eher einen Event-Charakter haben sollte. Es soll möglichst viel offen bleiben – ein Raum ohne Dach. Natürlich habe ich mir schon ein paar Gedanken darüber gemacht, welche Möglichkeiten der Ort eröffnet. Mit den Balkonen im Innenhof kann beispielsweise vieles gemacht und ausprobiert werden.

Vorerst ist das Projekt während diesem Sommer und Herbst angedacht. Ende April 2019 müssen wir unsere Wohnung leider verlassen, weil dann das Haus saniert wird. Das Projekt ist also zeitlich begrenzt. Bis dahin möchte ich aber das Beste aus dem Gegebenen machen.

* Cheyenne Oswald studiert im 2. Semester Kunst an der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW in Basel. Für Informationen über den ‹OFF HOF› schreibt ihr an offhof@hotmail.com.

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