Am Institut Mode-Design der Hochschule Gestaltung und Kunst in Basel ist ein Kollektiv namens ‹NCCFN› entstanden. Es will will kreieren und produzieren ohne Teil der übersättigten Modeindustrie zu werden.

«Creation is a common good»

Am Institut Mode-Design der Hochschule Gestaltung und Kunst in Basel ist ein Kollektiv namens ‹NCCFN› entstanden. Es will kreieren und produzieren, und zwar ohne Teil der übersättigten Modeindustrie zu werden.


Am Institut Mode-Design der Hochschule Gestaltung und Kunst in Basel ist ein Kollektiv namens ‹NCCFN› entstanden. Es will will kreieren und produzieren ohne Teil der übersättigten Modeindustrie zu werden.

Im Studiengang Mode-Design in Basel ist ein Kollektiv namens ‹NCCFN› entstanden: Es will kreieren und produzieren, Mode machen ohne Teil der übersättigten Industrie zu werden. ‹NCCFN› will den Spiess umdrehen und den Müll, den die Modewelt produziert, abschöpfen und fruchtbar machen.

Nicht nur der Kleidermarkt ist übersättigt, auch das Reservoir an Designerinnen und Designern quillt über. Anstatt Teil dieses Überangebots und gleichzeitig abhängig davon zu werden, will ‹NCCFN› die Mode und ihre Industrie verändern.

Die Gruppe nutzt den Abfall, den die Fast-Fashion Industrie ständig produziert. ‹NCCFN› verwendet Restposten und bereits verarbeitete Textilien als Rohmaterial. Die Kollektion stellt die Beziehung zum Material radikal in Frage. Die Einsicht, dass ein Kleidungsstück gleich viel Rohmaterial bietet wie neu produzierte, unverarbeitete Textilien, verschafft uns allen Zugang zu einer sprudelnden Rohstoffquelle und macht uns damit zu potentiellen Produzenten.

Die Modeindustrie funktioniert global und so sind es auch die Probleme, die sie hervorbringt. Ob wir den produzierten Abfall kaufen oder nicht kaufen, früher oder später landet er im Müll. Wir verbrennen ihn. Oder verschieben ihn als «Spende» oder «Geschäftsmodell» in ein Entwicklungsland. Doch wie kann sich ein Ort entwickeln, wenn wir unsere Probleme dorthin abschieben, ihn als Müllkippe missbrauchen?

‹NCCFN› will Möglichkeiten aufzeigen, dezentral und ohne teure Produktionsmittel kreieren zu können. Gemäss dem Motto: «You can only trust your knowledge and your skills. Creation is a common good.» Gestaltung ist ein gemeinsames Gut.

‹NCCFN› bedient sich der Marketing- und Kommunikationsstrategien der Industrie, um damit ein eigenes, globales und freies Netzwerk zu schaffen. Die Mitglieder sprechen zusammen zwanzig Sprachen, sie haben differenzierte Fähigkeiten und unterschiedliches Wissen, das sie ebenso teilen wie ihre Emotionen und Motivationen. Alle sind Künstlerinnen und Künstler, gestaltende und begabte Handwerkerinnen und Handwerker. ‹NCCFN› ist ein Open Source-Projekt, ein jedem zugänglicher Bypass zur Modeindustrie. Anstatt Mode zu verkaufen, will die Gruppe ihre Anliegen an die Leute bringen. Professionalität heisst nicht, Geld verdienen zu müssen. Denn dieser Zwang entfremdet die Kunst, und Mode ist Kunst.

‹NCCFN› hinterfragt auch den Übergang vom Studium ins Berufsleben. Viel zu oft rennen Designer in diesem Moment dem Geld nach und machen sich abhängig von Investoren oder dem Staat. ‹NCCFN› will unabhängig sein und bleiben. Explizit nicht markttauglich. Denn die Verkäuflichkeit ist der Moment, in dem die Kreationen nicht mehr frei sind. ‹NCCFN› schafft sich einen geschützten Rahmen mit eigenen Spielregeln: Wir wollen experimentieren, Dinge und Sachen erfinden und produzieren, welche sich nicht verkaufen müssen oder sollen.

* ‹NCCFN› ist ein Kollektiv von Modedesignerinnen und Modedesignern, entstanden im Rahmen einer Abschlussarbeit am Institut Mode-Design der Hochschule Gestaltung und Kunst (FHNW) in Basel. www.niccefn.com

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