Im ONA, dem ETH-Satelliten in Zürich-Oerlikon, sind die Räume inspirierender als auf dem Hönggerberg.

Bauen an der ETH (Teil 2 von 4)

Seit 1976 arbeiten Studierende des Architekturdepartements der ETH Zürich grösstenteils im HIL-Gebäude auf dem Hönggerberg. Kürzlich wurde ein weiterer Standort in Oerlikon entwickelt – mit Vor- und Nachteilen.

Über 1600 Bachelor- und Masterstudierende waren im Herbstsemester 2013 am Architekturdepartement der ETH Zürich eingeschrieben. Dazu kommen Doktorierende, Assistierende, Professoren, wissenschaftliches und administratives Personal. All diese Menschen brauchen Platz, um arbeiten, lehren und lernen zu können. Diesen finden sie seit 1976 grösstenteils im HIL-Gebäude der Architekten Max Ziegler und Erik Lanter auf dem Hönggerberg. Aber nicht nur: Ein weiterer Standort des D-ARCH wurde nun in Oerlikon entwickelt.
Die steigende Studierendenzahl seit den frühen Achtzigerjahren führte zu zusätzlichen Professuren und damit zu zusätzlichem Studio- und Büroraumbedarf. Infolge akuter Raumknappheit machte man sich 2009 auf die Suche nach Lösungen. Bereits 2010 zog ein Teil des Departements nach Oerlikon.
Vom Hönggerberg mit dem Bus in knapp 10 Minuten zum Max-Bill-Platz und von da aus quer durch Neu-Oerlikon führt der Weg der zukünftigen Architektinnen und Architekten nun zur nächsten Lehrveranstaltung. Sechs Professuren sind derzeit im ONA an der Neunbrunnenstrasse angesiedelt, weitere halten einen Teil ihrer Vorlesungen und Übungen hier ab. Dazu kommen Gastvorträge, Kolloquien, Seminare, Sommerschulen und natürlich die Entwurfsklassen. Rund 150 Architekturstudierende und Diplomierende arbeiten gegenwärtig an diesem Ort an ihren Entwurfsprojekten, weit mehr besuchen hier Vorlesungen.
Unter den Studentinnen und Studenten wird das ONA kritisch diskutiert. Die Atmosphäre im grossen gemeinsamen Entwurfssaal überzeugt und für einmal das Semester nicht auf dem Hönggerberg zu verbringen ist äusserst verlockend. In der Praxis werden dann aber die positiven Aspekte des Campus Hönggerberg schnell bewusst: Hier in Oerlikon fehlen die günstigen Mensapreise, einen Materialverkauf gibt es (noch) nicht und kurz einmal das Modell des Kommilitonen «auf dem Berg» bestaunen liegt nicht mehr drin. Auch hält der Weg nach Oerlikon und das damit zusammenhängende frühere Aufstehen oder die kürzere Pause vom Besuch einer Vorlesung im ONA ab.
Sitzt man dieses Semester in der Focushalle, dem in das bestehende Gebäude eingebauten Vorlesungssaal, hört man zudem nicht nur die Stimmen der Professoren und Dozierenden, sondern auch immer wieder Presslufthämmer und Bagger - gleich nebenan wird um- und angebaut. Auf Nachfrage erfährt man, dass dieser Anbau das Architekturdepartement nicht direkt betrifft: Mit der Fertigstellung der Focushalle letztes Jahr wurde der Gebäudeteil des D-ARCH baulich fertiggestellt. Und: Das ONA sei nur temporär Standort des Departements. Es ist das erklärte Ziel mittelfristig alle Architekturinstitute und -professuren auf dem Hönggerberg zu vereinen. Der Platz dazu fehlt im Moment noch – an Lösungen arbeitet man. Beispielsweise wird für das Institut für Technologie und Architektur ITA ein neues Gebäude gebaut, das Arch_Tec_Lab. Auch das HIL muss dringend saniert werden, damit es den aktuellen Anforderungen gerecht werden kann. Es wird gebaut an der ETH – auch in Zukunft.

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