«Lost without a trace» von Nina Valetova Fotos: Nina Valetova via Wikimedia Commons

Back in the ETHZ

Das Semester auf dem Hönggerberg beginnt. Ein Masterstudent berichtet von Stress und Säuberungsaktionen, Musik und Yoga.

Nun ist es soweit. Nach einem Jahr Praktikum und 14‘000 Kilometer auf nordamerikanischen Strassen fängt das Masterstudium an.  Am Mittwoch vor Semesterstart laufe ich den Hönggerberg hoch, die Beatles in den Kopfhörern summend.  Das dunkelbraune HIL Gebäude steht inmitten der Baustellen unverändert da und in den Gängen herrscht ein leiser Betrieb, der von Paul McCartney heiser untermalt wird: «I’m back… back in the USSR…»
Am Freitag ist das Schloss, das ich am Mittwoch vorsorglich an eines der begehrten blauen Schliessfächer gehängt hatte, spurlos verschwunden. Zusammen mit seinen Nachbarn ist es den berüchtigten Säuberungsaktionen des Hausdienstes zum Opfer gefallen.  Und nun sperrt ganz frech ein fremdes Schloss den Zugang zu «meinem» Schliessfach. Ein spontaner Streifzug durch die noch für Prüfungen eingerichteten Zeichensäle zieht ebenfalls den misstrauischen Blick des Hausdienstes auf sich. Am Montag ist aber alles perfekt eingerichtet, am Dienstag darf der Semesterstress beginnen.  Eindrücke und Erinnerungen prasseln brutal herunter.  Alte Bekannte, neue Gesichter, neue Assistenten, alte Professoren, neue Aufgaben, altbekannte Referenzen, neues Wissen, neue Termine …  
Schon Donnerstagnachmittag verspricht Entspannung. In der Yogaklasse des ASVZ verrenke ich mit Gleichgestressten synchron die Glieder, während uns der Leiter mit  leiser, hypnotischer Stimme anweist.  Bei nebligem Bewusstsein höre ich den Satz vorbei treiben: «Früchte brauchen Zeit, warum nicht auch der Mensch?» Warum eigentlich nicht?  Schliesslich habe ich noch vier Semester Science City um mich auf die Ernsthaftigkeit des Lebens vorzubereiten, kein Grund zur Panik. «I’m back in the ETHZ / You don’t know how lucky are, boy.»

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