Im schicken Konferenzzentrum Disseny Hub findet die 11. Offf statt. Fotos: Jana Bär

An der Designkonferenz Offf – Let's feed the future

Die Designkonferenz «Offf – Let's feed the future» fand zum elften Mal in Barcelona statt. Jana Bär hat sie mitten im Diplomstress besucht. Und erkennt, dass sie sich für den richtigen Beruf entschieden habe.

Die Designkonferenz «Offf – Let's feed the future» fand zum elften Mal in Barcelona statt. Jana Bär hat sie mitten im Diplomstress besucht. Und erkennt, dass sie sich für den richtigen Beruf entschieden habe.
Aufatmen, nach drei Tagen nonstop Design-Input muss sich das Ganze erst setzen. Puh. Nur langsam ordnen sich meine Gedanken, und auf dem Rückflug denke ich das erste Mal wieder an den Berg Arbeit, der zu Hause auf mich wartet. Mitten im Abschlussarbeitsstress habe ich mir erlaubt, frei zu nehmen, um an der 11. Designkonferenz Offf in Barcelona teilzunehmen. Das futuristisch anmutende Konferenzzentrum Disseny Hub bietet den perfekten Austragungsort für «Let's feed the future»-Vorträge. Insgesamt finden an drei Tagen knapp fünfzig einstündige Vorträge von internationalen Grafikerinnen, Illustratoren, Motion Designern, Produzentinnen, Typografen, Fotografinnen, Einzelkämpfern und Designagenturen statt.
Um ein paar zu nennen: Der Fotokünstler Bartholot aus Konstanz liess sich ursprünglich von Schwarzwälder Fasnachtskostümen inspirieren und begann aus reiner Lust am Machen, Models in selbstgebastelten Fantasiekostümen abzulichten. Inzwischen hat er sich einen Namen gemacht und setzt Werbekampagnen für Unicef und Diesel um. Als Koryphäe unter den Titledesignern zeigt der Amerikaner Danny Yount die Filmtitles von Oblivion, Iron Man 3 und Sherlock Holmes und gibt  ehrliche Designer-Lebenstipps wie etwa «Say it in your own voice» oder «Quietly challenge the Status Quo». Auch Erik Spiekermann, der die beiden Schriften Meta und Neue Helvetica mitgestaltet hat, berichtet mit  trockenem Humor unterhaltsam über den Berliner Agenturalltag.
Am meisten beeindruckt mich zu sehen, dass alle nur mit Wasser kochen. Und die, zu denen man am ehrfürchtigsten aufblickt, sind die, die einfach mal losgelegt haben. Nicht zu beginnen, sei schon der erste Fehler. «Don't be shy». Die besten Vorträge sind denn auch die, bei denen die Referenten am ehrlichsten sind und auch von ihren eigenen Schwächen und ihren mühsamen Anfängen erzählen.
Abends treffen wir uns in einer Tapasbar zum selbst ernannten «Club der verzweifelten Designer». Wir sind plötzlich dreissig Menschen, die sich über irgendwelche Ecken kennen. Verrückt. Es ist eine kleine Welt. Und so verzweifelt sind wir gar nicht. Eher das Gegenteil. Wir sind nach all dem Input eher innerlich zufrieden und fast euphorisch – weil wir wissen, dass wir uns für den richtigen Beruf entschieden haben. Die gemeinsame Leidenschaft für das kreative Visuelle hat mir in diesen Tagen wieder Drive gegeben, wie man so schön sagt. Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder.

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