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Letzter Mann im Turm Letzter Mann im Turm

Buch der Woche

Mumbai ist überall

Text: Gabriela Neuhaus / 21.03.2012 12:00

Im Mittelpunkt steht ein fünfstöckiger Wohnturm aus dem Jahr 1959, durch Monsun und notorischen Geldmangel seiner Wohngenossenschaft schon etwas heruntergekommen. Seine Lage zwischen Slums und Flughafen ist nicht optimal, doch sein Ruf tadellos. Dies verdankt er der bunten Schar von Menschen, die ihn stolz ihr Zuhause nennen. Ein Wachmann und eine Putzfrau schauen zum Rechten, während die Bewohnerinnen und Bewohner, die sich zur Mittelschicht Mumbais zählen, gute Nachbarschaft pflegen. Manche sind sogar eng befreundet, helfen sich gegenseitig. Bis eines Tages ein neureicher Investor auftaucht, der die Wohnungsbesitzer rauskaufen will, um auf dem Grundstück ein Luxusprojekt hochzuziehen. Denn auch in Mumbai boomt das Immobiliengeschäft mit den Superreichen. Sein Angebot an die Wohnungsbesitzer ist entsprechend grosszügig, doch damit das Geld fliesst, müssen alle zustimmen. Das ist das Ende der langjährigen Hausgemeinschaft. Was nun folgt, ist ein lustvoll zu lesendes Trauerspiel über menschliches und allzu menschliches Verhalten, wenn es um Geld, Gier und unerfüllte Träume geht. Am Ende stehen ein tödlicher Sturz vom Dach des Turms und ein Investor, der sich die Hände in Unschuld reibt.

Aravind Adiga: Letzter Mann im Turm. C. H. Beck Verlag, München 2011, CHF 29.90

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