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Architektur im Bergell

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Vom Körper zur Fassade: Baukunst des Schattens, Studentenprojekt von Christoph Schmidt, 2002. Hans Kollhoff Architekten: Projekt für das nautische Zentrum Atlanpole, Nantes, 1988. In den Achtzigerjahren erregt der Berliner Architekt Aufsehen mit utopischen Grossprojekten – und inspiriert damit seine Studenten in Zürich. (Bild: Büro Kollhoff) Christine Binswanger, Studentinnenprojekt: S-Bahnhof in Zürich, 1989. Die Studierenden entwarfen Bahnhöfe als «Konzentrate von Stadt» mit kommerziellen, kulturellen und Wohn-Nutzungen – skulpturale Grossformen. Hans Kollhoff Architekten: Wohnhaus KNSM-Eiland, Amsterdam, 1989-1994. Expressive Moderne: Kollhoff setzt die grosse Form seiner utopischen Projekte in die Tat um. (Foto: Dominic Büttner und Gosvin Schwendinger) Hans Kollhoff Architekten: Büro- und Geschäftshaus, Block 208, Berlin-Mitte, 1992-1998. Erstmals baut Kollhoff eine tektonisch gegliederte Steinfassade als Abbild der inneren Struktur. (Foto: Ivan Nemec) Urs Birchmeier, Studentenprojekt: Europäische Zentralbank, Zürich, 1992. Gleichzeitig wie in Kollhoffs Praxis gewinnt die Fassade in der Lehre an Bedeutung. Die Grossform bleibt vorerst skulptural. Andreas E. Müller und Daniel Truniger diplomierten 1993 bei Kollhoff. Ihr Gemeindehaus Jona (Müller & Truniger Architekten, 1994–1998) ist der erste Schweizer Bau von Kollhoffs zunehmend tektonischer Lehre. (Foto: Heinrich Helfenstein) Ingemar Vollenweider und Anna Jessen diplomierten 1992 und 1994 bei Kollhoff. Das Verwaltungszentrum Oberer Graben in St. Gallen (Jessenvollenweider, 2003-2012) zeugt von seinem Einfluss. Gegliederte Fassaden, präsente Zurückhaltung in der Stadt. Joseph Smolenicky war 1994 bis 2000 Assistent bei Kollhoff. Die Tamina Therme in Bad Ragaz (2009) zeigt: Die beiden verbindet nicht nur die Freude an reichen Formen sondern auch ein entspanntes Verhältnis zu Monumentalität. (Foto: Roland Bernath) Erika Fries und Lukas Huggenberger diplomierten 1996 und 1999 bei Kollhoff. Ihr Hochhaus (Huggenbergerfries, 2011-2015) interpretiert Dietikon als Stadt, im Sinn von Kollhoff: Er erarbeitete das städtebauliche Konzept und entwarf das Haus rechts im Bild. Emanuel Christ, Studentenprojekt: Stadt und Haus, Berlin, 1997. In den Neunzigerjahren beginnt sich Hans Kollhoffs Lehre auf den Städtebau des 19. Jahrhunderts zu beziehen und verlangt, dass sich die Architektur in der Stadt unterordnet. Emanuel Christ und Christoph Gantenbein diplomierten 1998 bei Kollhoff. Seinen Einfluss sieht man beim Bau VoltaMitte (Christ & Gantenbein Architekten, 2005–2010): Eingliederung im Blockrand, ornamental bewegte Fassade. (Foto: Tonatiuh Ambrosetti) Fawad Kazi diplomierte 1999 bei Kollhoff. Sein Neubau für die ETH Zürich (2009-2013) erzeugt einen städtischen Strassenraum an der Leonhardsstrasse. Der Entwurf führte zu einer „intensiven Reflexion der Studienzeit bei Hans Kollhoff“, sagt Kazi. Pascale Bellorini, Diplomprojekt, Schauspielhaus Lugano, 2001. Das 19. Jahrhundert als Vorbild für öffentliche Gebäude. Pascale Bellorinis Fassade bildet die inneren Funktionen ab und nimmt räumlich und formal das Gespräch mit den Nachbarn auf. Christoph Schmidt, Studentenprojekt, Baukunst des Schattens, 2002. Architektur ohne Programm: Die Studenten proportionierten einen Gipsquader und verliehen ihm in sechs Schritten Profil, Orientierung, Massstäblichkeit und Ornament. Hans Kollhoff Architekten: Büro- und Geschäftshaus Dominium Köln, 2009. Kollhoff baut sein Idealbild der gewachsenen Stadt. Die Innenräume legt ein anderes Architekturbüro hinter den unterschiedlichen Fassaden allerdings zusammen. (Foto: Martin Gaissert) Lukas Back, Studentenprojekt: Grand Hotel Trieste, Venedig, 2011. In Kollhoffs letzten Lehrjahren werden Italiens Stadtzentren immer wichtiger. Ohne Berührungsängste mit Historismen setzt Lukas Back sein Grand Hotel an den Canal Grande. In seinem letzten Semester lässt Hans Kollhoff gegenwärtig seine Studierenden eine neue Fassade für die nackte Schauseite von San Lorenzo in Florenz entwerfen. Der Anspruch ist hoch: Sie soll besser werden als das (unrealisierte) Projekt von Michelangelo.

Bildergalerien

Kollhoff verlässt die ETH Zürich

Text: David Ganzoni / 28.10.2011 15:10

25 Jahre lehrte Hans Kollhoff an der ETH Zürich Architektur. Er begann als stürmischer Moderner und hört auf als Traditionalist. Unsere Bildergalerie zeichnet seine Entwicklung nach – und seinen Einfluss auf die Schweizer Architektur: Wir zeigen Arbeiten aus seinem Berliner Büro, Studentenprojekte aus seinem ETH-Atelier und Bauten seiner ehemaligen Schüler. Die ganze Geschichte erzählt das aktuelle Heft.

Die Titelgeschichte der Novemberausgabe widmet sich der Lehre von Hans Kollhoff. Sie erscheint am 7. November 2011.

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