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Wer sucht, der findet: Geschickt hat Mitsunori Sano den Wohnteil in Not Vitals neuem Künstleratelier in Peking aus dem Atelierteil weggespiegelt.
Wer sucht, der findet: Geschickt hat Mitsunori Sano den Wohnteil in Not Vitals neuem Künstleratelier in Peking aus dem Atelierteil weggespiegelt.

Architektur

Fin de Chantier:
Spiegelkabinett auf chinesisch

Text: Roderick Hönig / 28.01.2011 09:29

Foto: Gregory Powell

Das «unsichtbare Haus» nennt der junge Architekt Mitsunori Sano sein Erstlingswerk. Unsichtbar ist nicht ganz korrekt, weggespiegelt wäre richtiger. Die Rede ist vom neuen Atelierhaus des Schweizer Künstlers Not Vital in Peking. Sano arbeitete dreieinhalb Jahre als Assistent für den Bündner Künstler in Sent. Der Japaner arbeitete dort am «Rauf-Runter-Rauf-Haus» (siehe HP 4 / 09) und konstruierte eine Chromstahl-Brücke für Vitals Park in Sent. Fürs Gesellenstück übertrug Vital dem an der Accademia in Mendrisio ausgebildeten Architekten den Auftrag für ein Atelierhaus im Pekinger Kunstquartier Caochangdi. Vital konnte ein kleines Backsteinhaus in unmittelbarer Nachbarschaft des Ateliers des Künstlers Ai Weiwei und der Galerie des Luzerners Urs Meile im Baurecht erwerben. Sano orientierte sich bei seinem Entwurf an der lokalen Handwerkstradition und den verfügbaren Materialien: Die Aussenhülle des ehemals zweigeschossigen Hauses liess er stehen, sie besteht aus einem feinen dunkelbraunen Klinkermauerwerk.
Sano liess den zehn Meter hohen Bau leer räumen und stellt den Wohnteil als Stahlkonstruktion in die Backsteinhülle hinein. Der Wohntrakt besetzt einen Viertel des 14 auf 25 Meter grossen Grundrisses. Hier stapeln sich eine Wohn-Ess-Küche, ein Wohnraum, drei Schlafzimmer und ein Arbeitszimmer übereinander. Die Haupträume sind gegen einen schmalen Lichthof orientiert, die Nebenräume werden durch kleine Fenster auf der Rückfassade belichtet. Spannend ist, wie Sano das innen liegende «Wohnhaus» im luftigen Atelier verschwinden lässt. Indem er die beiden Innenfassaden vollständig mit riesigen, verchromten Stahlplatten verkleidet, spiegelt sich der Einbau einfach weg. Stundenlang hätten chinesische Arbeiter die langen Schweissfugen der einzelnen Platten wieder glatt gehämmert, noch einmal verchromt und poliert, so Sano. Die Schweissnähte sind zwar nicht ganz verschwunden — sie werden in der Reflektion sichtbar — doch tut das dem faszinierenden Effekt keinen Abbruch. Vital arbeitet und wohnt jeweils vier Monate pro Jahr in Peking, wo er vor allem grössere Chromstahlplastiken besser und günstiger realisieren kann als in Europa. Über den von der Stadt angedrohten Abbruch des Künstlerquartiers, von dem der Bauherr kurz nach Bezug des Ateliers erfuhr, wird zum Glück nicht mehr viel geredet.

Atelierhaus, 2010
Caochangdi, Peking
– Bauherrschaft: Not Vital, Sent
– Architektur: Mitsunori Sano, Peking

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