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Architektur

Die Van Nelle Fabrik in Rotterdam, aus dem Jahre 1930. Die Van Nelle Fabrik in Rotterdam, aus dem Jahre 1930.

Architektur

E-Mail aus Rotterdam

Text: Axel Simon / 23.07.2012 15:00

Die Architekturbiennale in Venedig ist seit ihrer Geburt in den Achtzigerjahren ein Laufsteg, auf dem die gerade angesagten Stars ihre neuesten Kreationen vorführen. Die Architekturbiennale in Rotterdam ist anders. Seit acht Jahren blickt sie auf die Entwicklung der globalen Stadt. Venedig ist das Partygirl, Rotterdam der Streetworker. Das ist zwar lobenswert, aber macht das auch Spass anzuschauen? Schon der Ort der Ausstellung, das NAI (Nederlands Architectuurinstituut) von Jo Coenen, gleicht einem Gerippe. Umso üppiger das Innere: Die Ausstellung überschwemmt den Besucher wie eine kleine Daten-Sturmflut. Zahlen, Fakten, Diagramme. Im Fokus stehen städtische Gebiete, die sozial und ökologisch umgewälzt werden. Slum-Upgrading in Sao Paulo, demografische Explosion in Südostasien, sozialer Wohnungsbau in Guatemala. «Herausvorderungen»! «Potentiale»! Die High-Line in New York strahlt wieder einmal beispielhaft; Urban Gardening überall auf der Welt. Und 262'740 streunende Hunde verursachen in Delhi pro Tag 500 Bisse und 14 Todesopfer. Wer hätte das gedacht? Und wen interessiert das?

Wenige Beiträge fesseln: «900km Nile City», ein Film des Amsterdamer Berlage Instituts über das postrevolutionäre Ägypten, lässt Menschen zu Wort kommen, zeigt, nach der Zukunft befragt, ihre Sprachlosigkeit. Oder der «Typology-Transfer» von Christ & Gantenbein und ihren ETH-Studenten: Eine entspannte Kamerafahrt entlang der Badenerstrasse in Zürich, nachdem New Yorker Blocks in viergeschossige Blockränder geknallt sind oder «Penciltowers» aus Hong Kong in braven Genossenschaftswiesen stecken. Das ist zwar etwas grössenwahnsinnig, doch das mögen wir: saftige Bilder statt protziger Datascapes, das macht Spass. Doch dafür allein lohnt sich keine Fahrt nach Rotterdam.

Aber wegen der grandiosen Cafès sollte man dorthin fahren. Viele heissen nach Architekten: Loos (angeblich sitzt Rem Koolhaas hier regelmässig) oder Dudok (Appeltaart essen!). Alte Highlights anzuschauen lohnt sich auch immer: Zum Beispiel die grandiose Van Nelle Fabrik. Dort arbeitet heute auch Kempe Thill, eines der erfolgreichsten jüngeren Architekturbüros der Niederlande. Oliver Thill, gebürtiger Sachse, erzählt von der Krise und zeigt uns Projekte, die er im Ausland aquiriert hat. Zurück in der Stadt spürt man nichts von dieser Krise. Neben der Erasmusbrücke wächst das neueste Monster von O.M.A. in die Lüfte, eine gestapelte Hochhausfront. Doch das ist fast noch schön gegenüber dem Baukomplex «Calypso» am Bahnhof, den ein anderer «Star» verbricht: Will Alsop. Derweil fördert die Stadt das Aufstöbern kleiner Lücken im lockeren Nachkriegsgefüge Rotterdams: das Teilen grosser Hinterhöfe, das Füllen schmaler Zwischenräume. Ein neues Arbeitsfeld für Architekten, geboren aus der Krise, vom Streetworker Rotterdam.

Alle Infos zur Biennale in Rotterdam. Sie läuft bis zum 12. August 2012.

Badenerstrasse als Broadway: Über den Biennale-Beitrag von Christ & Gantenbein.

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Kommentare

hans fischer

25.07.2012 21:22

bla-----bla----bla---

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